Monatsarchiv für Dezember 2008

Fünfter Reisebericht

Donnerstag, den 18. Dezember 2008

Wie der Vertrag zuende gegangen ist:

So, mittlerweile bin ich wieder an Land, möchte aber nicht vergessen zu schreiben wie der Vetrag dann noch zuende gegangen ist. Ich habe das Schiff auf Reede verlassen und zu dem Zeitpunkt stand auch noch nicht fest wie die nächste Route aussehen sollte. Bis zum Ende ist nicht der Draht gekommen, der benötigt wird um die Feuerlöschschläuche ordnungsgemäß mit den Kupplungen zu verbinden. Zwischendurch gab es nicht viel spannendes zu berichten. In den gut 3 Wochen auf Reede ist ein Serviceboot gekommen, welches die CO2-Flschen mitnehmen solle für die Hydro-Tests. Ein Polizeiboot wollte 500$ haben, damit die Männer weiterarbeiten dürfen. Diese wurden aber nicht gezahlt, dafür haben wir dann unsere Sicherheitswachen an Deck in der Form verstärkt, dass der Wachmann öfters den Offizier über die Situation an Deck informieren sollte. Der Melaminskandal hat auch vor uns nicht halt gemacht und alle Milchprodukte aus China mussten entsorgt werden – natürlich war ein großer Teil unserer Milchprodukte aus China.. Aber es dürfte keiner zu Schaden gekommen sein. Zwischendurch wurden auch mal Zweifel gesät, ob auf Reede auch abgelöst werden darf, oder ob alle bis zur neuen Charter an Bord bleiben müssen. Die Jungs an Deck haben ganze Arbeit geleistet und man sieht der alten Dame zumindest auf dem Hauptdeck die 23 Jahre nicht mehr an. Der Elektriker und der Erste haben mit erwartungsvollen Augen jeden Morgen den Kapitän begrüßt um zu erfahren wann nun endlich die Ablösung kommen sollte. Nachdem die Flugdaten vom Elec und mir schon feststanden kam dann die traurige Nachricht für den Ersten. Er musste noch mind. eine Woche länger warten. Das hat ihm nicht geschmeckt. Die Jungs haben einen Tag bevor ich abgereist bin noch eine Party geschmissen. Zur Feier des Tages wurde dann auch eine Sahnetorte aufgetaut. Am Tag der Abreise gab es auch endlcih wieder frischen Proviant, unsere Gemüselast war bis auf ein paar Auberginen leer.Es gab auch weder Fisch noch Schweinefleisch – nur Reis war noch genügend da.. Somit hatte die Abreise für die Crew auch sehr positive Effekte – es gab wieder etwas Abwechslung auf dem Speiseplan. Von Singapor ging es dann wieder nach Deutschland. Alles in einem ein Vertrag, der es in sich hatte.

Liebe grüße

Julia

Hier sieht man,dass die Sonne auch den Filipinos zu schaffen macht, aber an Bord gibt es so gut wie kein Problem was nicht gelöst werden könnte.

Hier sieht man,dass die Sonne auch den Filipinos zu schaffen macht, aber an Bord gibt es so gut wie kein Problem was nicht gelöst werden könnte.

Vierter Reisebericht

Donnerstag, den 18. Dezember 2008

Hallo zusammen! 15.09.08

juhuu, wir haben die Inspektion überstanden *freu*. Naja, es gab ein paar kleine Mängel, aber für die konnte ich nichts! Aber jetzt erstmal von Anfang an. Beim letzten Bericht lagen wir vor Madras auf Reede. Dort lagen wir ca. 2 Tage, bevor es dann natürlich mitten in der Nacht losgehen sollte an die Pier. An den Tagen auf Reede hab ich versucht soviel wie möglich noch zu schaffen für die Inspektion und hab dann natürlich erst beim Abendbrot erfahren, dass wir nachts reingehen sollen. Wie immer :-) ! Was ich nicht mit eingerechnet hab war die Nervosität des Schiffsführers. Kaum war der Anker aus dem Wasser wurde auch schon für Standby gerufen, dabei waren wir noch mehrere Meilen von der Lotsenstation entfernt. Auch nach mehrfachem nachfragen wurde vorne auf der Station werder das Licht angemacht, noch konnte gesagt werden, welche Seite wir längsseits gehen sollen. Nach einer geschlagenen Stunde auf Standby vorne kam dann auch endlich der Lotse und wir konnten die Leinen vorbereiten. Der Hafenkapitän war so intellegent uns so an die Pier zu bitten, dass die Container, die ganz vorne geladen waren nicht gelöscht werden konnten, weil die Kräne nicht soweit ans Ende der Pier fahren konnten.. dazu später mehr. Nachdem wir uns also die Nacht um die Ohren geschlagen haben, durften wir dann ja noch ganz normal die 12 Stunden Wache gehen, die im Hafen eben anfallen. Dazu kam noch, dass natürlich alle an Land wollten, es sollte ja das letzte Mal Indien sein und keiner wusste wie lange wir bleiben sollten. Überraschenderweise durfte die Praktikantin tatsächlich Ladungswache mit mir gehen und hat zwar nur knurrenderweise aber immrhin die Erlaubnis bekommen nachmittags mit mir an Land gehen zu dürfen. Die Rechnung dafür kam am übernächsten Tag. Am 2. Tag in Chennai wollten wir eigentlich nur noch einmal kurz für 2 Stunden an Land, da der Kapitän sich schon einen Fahrer beordert hatte sind wir dann mit ihm mit. Doch erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt. Der Fahrer hat uns 45 min warten lassen, als wir dann endlich unterwegs waren hat uns der Kapitän eröffnet, dass er zum Arzt muss uns aber vorher rauslassen würde, dummerweis hat das der Fahrer nicht mitbekommen, nach 3 Telefonaten war das dann endlich durchgesetzt. Wir wollten uns dann in 2 Stunden wieder an der selber Stelle treffen. Gesagt getan, nur war unser Schiffsoberhaupt nicht im Wagen, er wäre noch beim Arzt.. so langsam drängte die Zeit – eigentlich wollten wir ja nur kurz an Land, nun mussten wir befürchten,dass es kein Dinner mehr vor der Wache geben würde.. Wir mussten natürlich auch erst noch zur Apotheke bevor es zurück an Bord ging.. Naja, zum Glück haben wir es noch rechtzeitig geschafft vor der Wache anzukommen. Auf dem Rückweg von Indien nach Malaysia gab es dann noch Sicherheitsdrills. Die Praktikantin ist mittlerweile bei mir auf Wache.

Das Timing vom Ertsen passt nicht so ganz, er hat immernoch nicht die neuen Boxen für die Feuerlöschsxchläuche gewechselt, was er ja eigentlich gleich nach Erhalt der Boxen machen wollte.. die in der Maschine hängen schon seid 2 Wochen.. So, jetzt endlich zur Inspektion :-) ! In Singapore angekommen – natürlich außerhalb meiner Wache, hieß es warten – nicht gerade meine Stärke. Es hat auch nicht allzulange gedauert, da durfte ich dann schon Unterlagen ins Kapitänsbüro bringen. Nachdem ich mir dann irgendwann den Overall ausgezogen und normale Klamotten angezogen habe ging es dann natürlich auch für mich los. Eigentlich wollte ich nur wieder ein paar Ordner abgeben und mich dann wieder verkrümeln, aber das war da nicht mehr möglich. Ich sollte mich setzen und Rede und Antwort stehen, danach gin es auf die Brücke. Der 2. Offizier wurde dann noch dazu geholt (was ich vergessen habe zu erwähnen, während dieser Zeit waren insgesamt 2 verschiedene Firmen für Inspektionen an Bord, Löschoperationen an Deck wurden durchgeführt, Ersatzteile und Proviant wurden angeliefert, Frischwasser wurde angenommen und Diesel, Schweröl und Sludge wurden gebracht bzw. abgegeben – im Klartext: alle waren beschäftigt, keiner hatte Zeit für irgendetwas, der Crewwechsel wurde fliegend durchgeführt, sowohl Ein- als auch Aussteiger mussten mit anpacken.) und der ganze Betrieb musste am laufen gehalten werden. Eigentlich hätte ich um 18:00Uhr die Ladungswache antreten müssen das ging aber nicht, weil der Inspektor dann mit mir über das Schiff gehen wollte. 2 stunden lang hat er mich über das Schiff gejagt und mich auseinandergenommen, wobei viele Dinge angesprochen wurden, die nicht in meinem Bereich fallen, zum Beispiel dass die Laderäume auf Grund fehlender Gummidichtungen an den Lüfterklappen nicht Wetterdicht verschlossen werden können (wobei an diesen Stellen noch nie Gummidichtungen waren und das Schiff ist immerhin schon 23 Jahre alt und diese Inspektion war bestimmt nicht die erste – komisch das sowas nicht vorher schon bemängelt wurde) usw. usw. Ich wußte schon gar nicht mehr wo mir der Kopf steht. bezeichnend war, dass er etwas bemängelt hat, was ich gleich zu Beginn meines Einsatzes bemängelt habe und was der erste nicht ändern wollte – nun muss es doch gemacht werden hah! Auf Grund von Personenmangel, es waren ja alle beschäftigt, musste ich alleine mit dem Inspektor über Deck, anstatt mich zu begleiten ist der Erste an Land gegangen, angeblich um Freon für unsere Klimaanlage zu kaufen (gibt es bestimmt im Supermarkt oder in der Mall – hab ich letztens auch beim Discounter im Sonderangebot gesehen – dass ich nicht lache). ALLE haben Überstunden geschoben und sich Mühe gegeben den Betrieb am Laufen zu halten und er geht an Land. Dann hat er sich an Land den Fuß verknackst – nennt man das ausreichende Gerechitigkeit? Schön war dann auch der Kommentar vom Ersten: Du hast die Inspektion ja bestanden, sind ja nur Kleinigkeiten bemängelt worden. Ich hab nur geantwortet: DAS SCHIFF hat der Inspektion standgehalten. Ach ja, die lieben Vorgesetzten – die Glocke ist übrigens noch nicht fertig *grins*. Er hat ja noch einen Monat das zu schaffen..wobei, eigentlich würde er ja viel lieber früher aussteigen..

Mittlerweile sind wir auf Reede vor Singapore und warten auf Informationen über unsere neue Route und unseren neuen Charterer. Endlich können wir etwas entspannen. Leider sind wir soweit weg von Land, dass kein Shuttleservice zur Verfügung steht.. Der Erste wird von Tag zu Tag kleiner, die Übergaben werden immer kürzer, wenn er gute Wache sagt ist das schon viel. Die Praktikantin wird von mir gut beschäftigt und wir versuchen die Schiffsführung bei guter Laune zu halten. So haben wir zum Beispiel gestern was für’s BBQ vorbereitet, welches heut Abend stattfindet und passend zum Maiskolben gestern Abend auch noch kräuterbutter. Hat der Kapitän doch gestern Mittag gekocht – sogar Fisch, den konnte ich auch essen – war wirklich lecker! So kann der Vertrag gut zu Ende gehen, aber wer weiß was da noch so kommt. Immerhin weiß ich jetzt, dass meine Bemühungen das Schiff auf Vordermann zu bringen Früchte getragen hat – ein super Gefühl! Da hat sich die Mühe gelohnt!
So, jetzt reichts langsam mit meiner Schreibwut, ich hoffe ich konnte euch zu ein paar Kommentaren verleiten.. Bis hoffentlich bald!!
Julia

PS:Bitte, dies gilt auch für die vorherigen Berichte, nicht die Schreibfehler beachten. Meist schreibe ich die Mails in Eile oder nach einem langen Arbeitstag oder wenn ich mal 5min Zeit hab, da fliegen die Finger nur so über die Tasten und abgesehen davon sind meine Gedanken dann
schneller als meine Finger, somit sind die Bericht nur so übersät von Fehlern.. Ich bin mir dessen bewusst, hab aber meist nicht die Zeit alles nochmal durchzulesen und zu korrigieren – ich bitte also um nachsicht :-) !