2. Tour zweiter Reisebericht

Hallo zusammen,
nachdem ich im letzten Bericht ausfuehrlich darueber berichtet habe wie meine Reise nach Brasilien verlaufen ist, jetzt ein paar Anekdoten vom Leben an Bord. Mittlerweil bin ich schon gute 6 Wochen hier auf der Fresena und habe ein paar teilweise denkwurdige und teilweise amuesante Dinge erlebt. Freitag der 13. hat fuer mich keine grosse Bedeutung, der Valentinstag wurde hier an Bord wesentlich mehr aufgebausct. Am besagten Fr ging eigentlich alles soweit ganz gut. Wir sind in Cartagena eingelaufen wo auch ein Passagierschiff lag, was bedeutet, dass sowohl Internetcafe als auch Souvenirshop geoeffnet waren. Durch Zufall habe ich mitbekommen, dass meine sogenannte bessere Haelfte heile den naechsten hafen erreicht hatte. Beschwingt bin ich in den Souvenirshop, wo die Preise mich leider umgehauen haben. Dann ging es zurueck an Bord. Nach mehreren vergeblichen Versuchen meinen Schatz zu erreichen habe ich beschlossen am naechsten Tag nochmal ins Internetcafe zu gehen um es ueber Skype zu probieren. Leider sollten wir schon gegen Mittag auslaufen. Netterweise hat der erste Offizier mir erlaubt kurz nach dem Fruehstueck mein Glueck zu versuchen. Ich bin schnell zum Internetcafe (welches im Hafen ist), dort wurde mir von einer Reinigungskraft mitgeteilt, dass ich mich noch ca. 15 min gedulden muesste. Sie ist in der Zwischenzeit einmal kurz in das Internetcafe gegangen und hat dann leider wieder abgeschlossen. Nach 20 min kam dann auch gluecklicherweise die verantwortliche Frau. In freudiger Erwartung bin ich dann auch zur Tuer. Als die Gute Frau die Tuer aufschliessen wollte ist dummerweise der Zylinder aus dem Schloss gefallen. Ich habe ihr den Zylinder gereicht und sie hat ihn dann wider in das Schloss gesteckt. Jetzt ging die Tuer nicht mehr auf. Alles Ruetteln hat nichts genutzt, ein Techniker musste her. Die Gute Frau ist also los um ein Telefon zu finden um den Techniker zu informieren. Nach ca. 10 min kam sie ohne Techniker zurueck. Nach weiteren 10 min sind zu meiner Erleichterung 2 Maenner zu uns gestossen. Der Techniker und ein Helfer. Eigentlich wollte ich ja nur kurz ins Internet um zu versuchen meinen Schatz zu erreichen und wollte nicht laenger als eine Stunde vom Schiff weg bleiben, schliesslich hatte ich ja Wache. Nachdem der Technicker, so wie schon 5 andere Personen vor ihm festgestellt hat, dass die Tuer nicht zu oeffnen war, wollte er gerade mit einem Werkzeug ansetzten die Tuer zu oeffnen, als er angerufen wurde. Das Telefonat hatte seinem GEsichtsausdruck nach zu urteilen einen zuckersuessen Inhalt. Das konnte laenger dauern. Ich musste also unverrichteter Dinge wieder zum Schiff zurueck. Wie es der Zufall wollte hat sich die Abfahrt nach hinten verschoben und ich durfte nach meiner Wache nochmal mein Glueck versuchen. Was soll ich sagen? Der Laden war immernoch, oder schon wieder geschlossen. Meine Stimmung war auf dem absoluten Nullpunkt. Dabei war doch gar nicht mehr Freitag der 13. ..
Es gab aber auch erfreulichere Hafenaufhalte. Mein erster Hafen zum Beispiel. Puerto Cabello in Venezuela. Es wurden boese Geschichten ueber diesen Hafen berichtet. Der vorherige Kapitaen und dessen Frau wurden 2 mal dort ausgeraubt. Zuerst wurde die Handtasche von Frau Kapitaen geklaut und spaeter dann die Kamera vom Kapitaen selber. Naja, jedefalls wollten der Koch und Messmann an Land gehen und Lebensmittle kaufen. Ich hab dann nachgefragt ob sie nicht ein paar Fruechte mitbringen koennten und schwupp die wupps wurde gesagt, dass ich doch mitgehen solle. Ich wurde von meiner Wache freigestellt um Lebensmittel zu kaufen. Es wurde sowieso nur mit 1 Gang geloescht und der Erste Offizier war wach, von daher wurde ich einfach an Land geschickt. Ich war ziemlich ueberrascht, sowas hatte ich nicht gedacht. An Land mussten wir zuerst mal zum Ausgang (Gate) des Hafens kommen. Netterweise hat uns ein LKW Fahrer mitgenommen. Draussen mussten wir dann Geld wechseln. Tja, wo kann man Geld wechseln? ALso draussen stand dran Photoshop, aber komischerweise durfte ich den Laden nicht betreten, es gab auch keine Fenster zur Strasse.. Der Koch war aber schon bekannt.. Von dort aus ging es dann zum Supermarkt. Mitlerweile habe ich herausgefunden, dass es doch auch besser sortierte Lebensmittelgeschaefte gibt. as Sortiment war etwas ueberraschend und sehr Lueckenhaft. Interessant war allerding das System vor den Kassen. ALso man hat seinen Einkauf im Wagen vor die Kasse geschoben und dann auf das Band gelegt. SO wie in Deutschland auch, aber dann hat man den Wagen wieder ins Geschaeft geschoben. Also nachdem der Wagen dann leer war, hat man einfach den Wagen hinter sich geschoben und kleine Jungs haben die dann im Geschaeft verteilt. Was natuerlich oft zu Stau und blauen Flecken fuehrt. Die gekauften Waren wurden dann von einem anderen kleinen Jungen auf mehrere Plastiktueten verteilt. Um 1130 Uhr waren wir wieder an Bord, ich hab mir dann noch schnell den Overall uebergezogen und die Wache dann um 1200 an den 2. uebergeben. Manchmal kann man an Bord auch verzweifeln. Wir sind nach Veracruz gefahren und die gesmate Crew hat sich gefreut, dass wir mittags ankommen wuerden, denn dann haetten alle an Land gekonnt. Es sah alles gut aus. Wir sind Vormittags dann in Rufweite gewesen und uns wurde mitgeteilt, dass wir erstmal auf Reede gehen sollen, da unsere Pier belegt sei von einem anderen Schiff. Dieses Schiff war erst grad auf dem Weg von der Reede zur Lotsenstation und somit war die gute Stimmung an Bord hin. WIr mussten also warten bis Abends. Gerade als die Reede erreicht wurde (das Gebiet wo man den Anker fallen lassen darf), mussten alle Schiffe Anker auf gehen, da heftiger Wind vorhergesagt wurde. Also mussten wir umdrehen und draussen driften. Dummerweise soweit weg von Land, dass man nicht mal mehr Netz hatte fuers Handy. Toll, das war also Mexiko. Wir sind dann gegen 2200Uhr fest gewesen an der Pier, die natuerlich auch an der vom Gate entferntesten Ecke sein musste. Es war Karneval, aber leider hatte der Shuttleservice nur bis 2400Uhr Dienst. ALso kein Landgang in Veracruz. So kann Seefahrt auch sein. Erstens kommat alles anders und zweitens als man denkt. Das naechste mal in Cartagena hatte der Internetshop und der Souvenierladen zu, denn es war Sonntag. So kann es gehen. Nach 4 Wochen ist die Praktikantin gekommen und seitdem sind wir auch im FeederService zwischen Cartagena, Columbien und La Guaira Venezuela unterwegs. Die beiden Haefen liegen nur 600sm auseinander, was bedeutet, dass wir ca. 33 Stunden zwischen den Haefen auf See sind. In diesen 33 Stunden muessen dann die Sicherheitsausruestungen in Stand gesetzt werden und, und, und. In Cartagena liegen wir maximal 24 Stunden und bekommen Proviant, Bunker und Ersatzteile. Muell wird abgegeben. Also sind alle ziemlich beschaeftigt. In La Guaira liegen wir mehrere Tage. Teilweise werden in 6 Stunden nur 30 Conatiner bewegt. Das ist ziemlich anstrengend. Nach der Wache machen die Praktikantin und ich Besorungen fuer’s Schiff (zum Beispiel 20 Tuben Zahnpasta, Feuerzeuge, Brot, Kuchen usw.), oder backen Kuchen. Wenn gerade keine Ladungsarbeiten sind, werden die noch austehenden Papierarbeiten und Sicherheitskontrollen gemacht. So fliessen die Tage nur so dahin. Abends fallen wir super muede ins Bett. E-Mail schreiben und telefonieren kommen viel zu kurz. Wir haben einfach keine Zeit, oder sind zu muede.
Jetzt geht es darum, dass meine Abloesung kommen soll, leider wurde der Flug meines Abloesers nach hinten verschoben und nicht nach vorne. Somit wird’s wohl noch eine weitere Rundreise dauern..
Eine Kleinigkeit ist mir noch eingefallen – zum Glueck kann ich ueber mich selber lachen.. Wir haben neue Crewmitglieder bekommen, die eine Sicherheitseinweisung brauchten. Die Praktikantin und ich sind also mit unseren 3 neuen ueber das Schiff gelaufen. Da wir auf See waren hatte ich nur ein Cappi auf. Auf dem Rueckweg von der vorderen Station zum Hauptdeck wollte ich dem Bootsmann, neben mir Platz machen. Das gab ein boeses Erwachen. Auf der vorderen Station gibt es auch eine Bay, diese Bay war nicht vollstaendig beladen, die aeusseren Stellplaetze waren frei. Es waren noch ein paar Spannschrauben an Laschringen befestigt. Zwei Spannschrauben hingen herunter. Die meistens koennen sich denken was passiert ist. Die Spannschrauben waren genau auf Stirnhoehe. Ich hab sie auf Grund meines Cappies nicht gesehen und bin dagegen gelaufen. Drei Tage Kopfschmerzen und eine blaue Stirn waren die Spaetfolgen. Ja, so kann es gehen. Jetzt heisst es Daumen druecken, dass ich noch diesen Monat aussteigen und in Deutschland ankommen werde. Schliesslich muss ich Ende April schon wieder einsteigen und haette schon gerne noch 4 Wochen Urlaub vorher.
Also, bis hoffentlich bald!!
Liebe Gruesse!
Julia

Eine Reaktion zu “2. Tour zweiter Reisebericht”

  1. DypeGuecuff

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